Vortrag und Ausstellung vor der Deutsch-Indischen Gesellschaft e.V. in Berlin April 2000

Dipl.-Informatiker Dieter Baumgarten e-mail    post @ Dieter-Baumgarten.de  Internet www.indiacoins.de


Münzgeschichte Indiens (Kurzfassung)

 

 

Unabhängiges Indien seit 1947

 

Indien gewann seine Unabhängigkeit am 15. August 1947. Während Pakistan eine neue Serien von Münzen im Jahre 1948 und Noten im Jahre 1949 einführte, brachte Indien seine eigenen Münzen erst nach Gründung der Republik ab 15. August 1950 heraus. Die englische Kolonial-Währung wurde solange gemäß Vereinbarungen beibehalten ("eingefroren"). Die britisch-königlichen Münzstätten in Bombay und Kalkutta wurden übernommen. Zusätzlich wurde die ehemals fürstliche Münzstätte der letzten Moghul-Herrscher aus Hyderabad übernommen.

Bei der Ausgabe der eigenen Währung blieben grundsätzliche Festlegungen der Briten bestehen.

Die Reservebank von Indien (RBI) ist der Hauptmanager der Indischen Währung. Sie koordiniert mit der Regierung die Währungsbezeichnung, den Entwurf von Banknoten bis hin zu den Sicherheitsmerkmalen.

Die gesamte Organisation der Druckmengen, der Rückführung alter Banknoten und der Bevorratung unterliegt der Aufsicht der Reservebank.

Die Regierung ist verantwortlich für den Entwurf und die Prägung von Münzen. Auch die Menge der zu prägenden Münzen wird durch die Regierung bestimmt.

Die Verteilung des Geldes erfolgt wiederum über die RBI. Die Banknoten und Rupie-Stücke werden über ausgewählte Zweig-Banken ("Währungs-Tresor"(Währungs-Kiste/Truhe engl. currency chest)) und das restliche Kleingeld über small Depots (kleine Lager) verteilt.

(Zur Zeit gibt es über 4.181 "Währungs-Tresore" und 3.552  Münz-Lager.)

RBI LöweAls allgemeines  Währungssymbol wurde das Emblem der Reservebank von Indien gewählt . Es war schon Symbol der East India Company und der britischen Krone auf Goldmünzen, dem Mohur, einer Abbildung von Löwe und Palme (Übernahme von der Flaxman-Medaillie). Der Löwe wurde aber durch den indischen Tiger ersetzt, welcher charakteristischer für Indien ist. Alle Bank-Noten vom modernen Indien tragen dieses Embleme.

 

 

 

 

 

AshokaAls großes Symbol für Münzen und Banknoten wurde aber die Ashoka-Säule gewählt.

Ashoka (273-232 v.u.Z.), errichtete bis zu 85.000 Steinstelen mit buddhistischen Gesetzen und Stupas. Auf einer runden Steinplatte sitzen 4 Löwen.  Die Platte ist verziert mit Stier, Elefant, Löwe, Pferd und dem Speichenrad - "Rad des Gesetzes" (buddhistisches Rad der Lehre). Das berühmte Löwen-Kapitell , aus poliertem weißem Sandstein steht bei Sarnath (im heutigen Madhya Pradesh)

Die Ashoka-Säule, bzw. konkret das Löwen-Kapitell ist seit der 1. Ausgabe von 1947 ständiges Symbol auf der Vorderseite aller Münzen.

Ab den 80-iger Jahren wurde das Bild ergänzt durch dem Spruch in Devanagari aus dem alten Mundaka Upanischaden "Nur die Wahrheit siegt".

 

 

 

Die "Anna-Serie" des "Government Of India"

Die Währung mit 1 Rupie zu 16 Anna (192 Pies / 3 Pies = 1 Pice; 4 Pice = 1 Anna) schloss an das herkömmliche Währungssystem der Briten an. Statt des Kopfes von Georg dem VI kam nun die Ashoka-Säule und die Umschrift "GOUVERNMENT OF INDIA". Auf der Rückseite wurde der Wert zweisprachig  dargestellt.

 

Bei den Nickel-Rupiestücken (1/4, 1/2 u. 1 R.) waren 2 Getreidegarben, auf den viereckigen bzw. gewellten  Anna-Stücken (1/2, 1, u. 2 Anna aus Kupfer-Nickel) Buckelrind und auf den Bronze-Pice ein Pferd dargestellt.

 

 

 

Neue Paisa Serie 1957-1964

Die Bestrebungen zur Dezimalisierung der Währung dauerte bereits über ein Jahrhundert. Im September 1955 wurde beschlossen, dass das Dezimalsystem mit Wirkung zum 1.April 1957 für das gesamte Land galt.

Die Rupie wurde unterteilt in 100 ' Paisa ' anstelle von 16 Annas, oder 64 Pice. Für die öffentlich Erkennung wurden die neuen dezimalen Paisa-Stücke "Neue Paisa" (Naya Paisa) benannt. Es gab nun 1 Paisa aus Bronze, 2-, 5-, 10-, 25- und 50-Paise-Stücke aus Kupfer-Nickel.

 

Die Formen waren zur besseren Erkennung unterschiedlich gestaltet. Die 2 und 10 Paise mit welligem Rand. Die 5 Paise und später auch die 1 Paisa waren viereckig. Später eingeführte Münzen wie die 3 und 20 Paise-Stücke hatten eine sechseckige Form.

 

Paisa-Serien ab 1964 - Beginn der Aluminiumzeit

Ab 1. Juni 1964 fiel die Bezeichnung "Neue" (Naya) weg. In der Bezeichnung wurde dafür der Wert in Worten eingesetzt. Vielfach wurde mit dem Einsatz anderer Metalle experimentiert. Die 1 Paisa-Bronze-Stücke wurden bereits seit 1962 teilweise durch Nickel-Messing-Legierungen ersetzt. Auch wurden zwischen 1968 und 1971 die 10 Paise und neue 20 Paise als Alu-Nickel-Bronze-Legierung geprägt.

Mit dem Steigen der Preise in den sechziger Jahre wurde immer mehr billigeres Aluminium eingesetzt (eingeleitet 1964 durch die Prägung einer neuen, 6-eckigen 3 Paisa-Münze aus Alu). Die 20 Paise aus Alu gewann kaum an Popularität.

 

1964 wurde die erste Gedenkmünz-Serie zum Tode Nehru herausgegeben, zum Beginn noch als Umlaufmünzen vorgesehen. Den 2. Satz gab es 1969 zum 100. Geburtstag Mahatma Gandhi jetzt schon mit höheren Werten (10 Rupies),  danach kam fast jedes Jahr ein oder mehrere Gedenkmünz-Sätze im Rahmen des FAO-Münz-Planes oder zu großen Ereignissen oder Politikern hinzu.

 

Die feste Parität gegenüber dem britischen Pfund Sterling wurde 1975 aufgegeben. Die inflationäre Entwicklung der Rupie verschärfte sich in den nächsten Jahren.. Über einen längeren Zeitabschnitt führten Kosten-Nutzenüberlegungen zur allmählichen Einstellung von 1-, 2- und 3-Paisa-Münzen Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre.  Die indische Rupie verlor gegenüber der DM in der zweiten Hälfte der 80er Jahre die Hälfte ihres Wertes (von 4,56 Rs/DM im Jahre 1985/86 auf 9,09 Rs/DM 1989/90). Die 5 Paise wurden nun auch eingestellt..

 

Erste Münzen von ausländischen Münzstätten

In der Zeit von 1981- 86, besonders 1985-86, musste  auf Grund falscher Planung der Nachfrage von Münzen und niedriger Produktivität der indischen Münzstätten bei ausländischen Münzen Geldprägungen in Auftrag gegeben werden. Eine Zeit lang war man der Meinung, dass die Kapazität der 3 existierenden Münzstätten ( Mumbai, Kalkutta und Hyderabad) zur Deckung des Bedarfes ausreicht. Zur Materialabsicherung wurden erhebliche Mengen Münzrohlinge für Rupie, 50 und 25 Paise über Hyndai Corporation aus Seoul importiert (Südkorea). Diese wurden auf alle 3 Münzen aufgeteilt. In Hyderabad wurden die ersten Rupien mit diesem Material 1984 geprägt, weitere 1985 und 1986. Diese Münzen scheinen einen scharfen aufrechten Rand zu haben, während aus indischen Material geprägte Münzen abgerundete Ränder haben. Die Einfuhr von Münzrohlingen reichte aber zur Bedarfsabdeckung der Rupien und 50 Paise  nicht aus. Auf Grund dieser Notlage mussten indische Münzen bei fremdländischen Münzstätten in Auftrag gegeben werden. Anlagen zur Erstellung des typischen Sicherheitsrandes  bei Rupien wurden nur an den britischen Münzen gefunden und daher gingen Aufträge an 2 britische Münzen zur Prägung der Rupie-Münzen. Ebenso gingen Aufträge für 50 Paise an Seoul (Südkorea) und 25 Paise an Ottawa (Kanada). Alle diese Prägungen sind datiert mit  "1985". Alle diese für die allgemeine Zirkulation bestimmten Münzen waren aus Kupfer Nickel. Aber auch in den weiteren Jahren wurden immer wieder im Ausland geprägt oder Münzrohlinge importiert.

 

Übergang von Nickel auf Stahl

Die eingesetzten Münzmaterialen brachten immer wieder Probleme. Die Münzen nutzten sich schnell ab. Skrupellose Händler horteten und schmelzen teilweise Münzen um hochwertige Metalle zu extrahieren. Der Wert des Münzmaterials (Nickel, Kupfer, Aluminium) überschritt bald den Nominalwert, insbesondere der 25 und 50 Paise-Münzen. Also entschied man sich für eine kostengünstigere rostfreie Stahllegierung (als Gegenstück für die Kupfer-Nickel-Legierung).

Obwohl die Produktionskosten erheblich höher als bei Aluminium-Münzen liegen, wird die Stahlprägung favorisiert, da gerade Stahl in genügenden Mengen aus dem eigenen Land kommen kann und langfristig gesehen daher günstiger kommt.

Ab 1988 ist zwar eine neue Münzstätte in Noida (Nähe New Delhi) in Betrieb gegangen, aber der Bedarf an Münzen konnte nicht gedeckt werden. Viele Maschinen in den Münzprägestätten waren überholungsbedürftig bzw. unmodern. Die Qualität der Münzen war seit den 60er Jahren mit Beginn der Aluzeit schon recht miserabel. Viele Abweichungen zwischen den Prägungen lassen nicht nur Münzsammler verzweifeln. Mit großen Anstrengungen versucht man die 4 Münzstätten zu modernisieren. Die Münzstätte Noida war speziell für die Prägung von Stahlmünzen eingerichtet. Ab April 1988 wurden hier 10, 25 und 50 Paise geprägt. Zuerst mit importierten Münzrohlingen (z.B. unter Beteiligung von Firmen wie Krupp VDM Deutschland), später von landeseigenen Quellen.

Noida  ist auch gleichzeitig die führende Münzstätte für die generelle Produktion von Stahlmünzen - vom Know-how bis hin zur Herstellung der Münzstempel.

Da aber zur Umstellung noch einige Zeit benötigt wurde, gab man zusätzliche Aufträge an die "Königliche Kanadische Münze" in Ottawa zur Produktion von 10, 25 und 50 Stahl-Paise. Diese Münzen sind mit 1988 und haben als Münzzeichen ein "C" unter dem Datum.

 

 

IR D P 50 rev 1995

Die neuen Stahlmünzen ab 1988

10 Paise Löwen-Kapitel, "Bharat"' & "INDIA" auf der Vorderseite

25 Paise ein indisches ein gehörntes Rhinozeros

50 Paise  Karte von Indien, mit dem Parlamenthaus

1 Rupie (ab 1992 aus Stahl)

2 Rupies (Kupfer-Nickel, ab 2005 neue Serie aus Stahl)

5 Rupies (Kupfer-Nickel, ab 2005 neue Serie aus Stahl)

 

Die Stahlzeit hat sich aber noch nicht komplett durchgesetzt. Bis 1990 werden parallel zu den Stahlmünzen 25 und 50 Paise aus Kupfer-Nickel für den Umlauf geprägt. 10 Paise aus Aluminium sogar noch bis 1993 aufgelegt und die fast wertlosen 5-Paise-Stücke aus Alu wurden sogar noch 1994 geprägt. Mehrere Jahre zirkulierten offiziell damit die gleichen Münzen mit unterschiedliche Formen und Materialien nebeneinander. 

Durch die Abwertung der indischen Rupie im Juni 1991 und die konsequente Preiserhöhung von Kupfer und Nickel war man gezwungen zu mindestens die Produktion der Rupie aus Kupfer-Nickel endgültig eingestellt. Ab 1992 gab es nur noch Stahl-Rupien (zuerst mit Riffelrand, ab 1996 mit glattem Rand). Die neue Rupie-Münze aus rostfreien Stahls setzte sich aus Eisens (82%) und Chrom (18%) zusammen, Durchmesser  25mm eingeführt und das Gewicht verringerte sich weiter bis auf 4,85 Gramm.

Auch 1996-98 war die Nachfrage nach Münzen wieder höher als die Produktion, so dass bereits zum dritten Mal ein Münzprägungsauftrag in das Ausland gegeben wurde. Diesmal nach Mexiko, 1.000 Millionen 1-Rupie-Stahlstücke, 1997 geprägt und Januar 1998 ausgeliefert. Auf Grund der steigenden Rohstoffpreise wurde auch ein ähnlicher Auftrag für die 2-Rupie-Stücke an Mexiko gegeben. Auch diese Stücke waren aus Stahl und datiert 1997, Auslieferung an Indien im März 1998. Von der Form und Aussehen waren sie identisch mit den ebenfalls noch zirkulierenden 2-Rupie-Stücke (Nationale Integration) aus Kupfer-Nickel. 1 Rupie-Stücke wurden auch in Kremnica (Slowakei - älteste Münze in Mitteleuropa) 1997 und 1998 geprägt. Aufträge für 2-Rupie-Münzen gingen nach Soul (Südkorea 1997-1998) und Pretoria (Südafrika 1998). In Südafrika wurden z.B. 1998 150 Million 2-Rupie-Münzen produziert, die gleiche Anzahl wollte man auch für 1999 erreichen.

Als letzte Münzen sollen 1 und 5 Rupie-Stücke in Moskau geprägt worden sein, datiert auf Jahr 2000 und wahrscheinlich mit Münzzeichen " M " oder " MM".

 

Alle im Ausland geprägte Münzen für Indien haben eindeutige mit der RBI abgestimmte Münzzeichen. Die Münzzeichen befinden sich immer unter dem Datum. Trotzdem gibt es in der Fachpresse unterschiedliche Aussagen zu Prägeorten und Zeichen der letzten 4 Jahre. Mexico-City hat ein kleines " O " über einem großen " M " welches wahrscheinlich auch für die normalen Umlaufmünzen genutzt wird.  Kremnica hat ein eingekreistes " MK ", welches auch für die slowakischen Prägungen benutzt wird.

Die 2 Rupie süd-koreanischen Prägungen von 1997 und 1998 haben einen kleinen fünf-zackigen Stern unterhalb des letzten Zahl des Datums, ähnlich dem Stern von der Ausgabe der 50 Paise Münzen von 1985 (Stern unter 1 von 1985) bei der man annahm, dass sie in Seoul (Südkorea) geprägt wurde. Einige Fachleute haben diese Prägungen auch Mexico zugeordnet - was ich aber bezweifel.

Es ist aber auch zweifelhaft ob es in Soul eine große Münze gibt. Die Hauptmünze (Druck- und Prägekomplex) befindet sich in Kyongsan (Südkorea).

Die südafrikanische Münze in Pretoria prägte die 2 Rupees 1998 mit einem " M " im ovalen Halbkreis umschlungen. Dieses Münzzeichen basiert auf dem modernen Firmenzeichen dieser Münze. Dieses Münzzeichen wird aber auf keinen anderen süd-afrikanischen Münzen verwendet.

 

Münzmarken

Bombay/Mumbai :  Punkt oder Karo unterm Datum

Für Proof-Prägungen (ausschließlich an Bombay-Münze) wurden bis 1964 das reguläre Karo als Münzzeichen benutzt.

Ab 1969 wurde das "B" für Proof-Prägungen genutzt.

Kalkutta:  kein Münzzeichen

Hyderabad:

Neue Paise Serie:

1957‑1960: Vertikal gespaltetes Karo

1961 ‑1962: Punkt im Karo

1963  Stern (5-strahlig)

Paise Serie (1964‑1978) Stern (5-strahlig) mit folgenden Ausnahmen:

1 Paisa: 1965‑1968 ; 3 Paise: 1966 and 10 Paise 1965/66 mit Punkt im Karo

Bei den 10 Paise-Münzen von 1965 wurden "Stern" und "Punkt im Karo" gleichzeitig benutzt. Später wurde der Stern als Münzzeichen alleine benutzt.

 

Noida: 

Stahl-Münzen 10P, 25P & 50P  1988‑1990: ein mikroskopisch kleiner Punkt unter dem Datum , ab 1990 länglicher runder Punkt

Rupee ‑ langer runder Punkt ab 1988

 

Ausländische Prägungen:

Birmingham (England):

'H' unter der '5' vom Datum 1985 (Rupie) ('H' = Heaton von Fa. Ralph Heaton & Sons, U.K.) Wird auch für englische  Medaillen-Prägungen verwendet.

London (England): ein Punkt unter der  '1' vom Datum 1985 (Royal Mint London) ‑ Rupie

Seoul (Südkorea): Ein Stern unter der  '1' vom Datum  1985 ( 50 Paise) (Hyndai Corporation Seoul‑South Korea) bzw. bei 2-Rupie 1997/98.

Ottawa (Kanada): ein 'C' unter dem Datum 25 Paise, 1985 und Stahlmünzen: 10 P., 25 P. and 50 P. von 1988. (Royal Canadian Mint, Ottawa Canada)

Mexico-City (Mexico): kleines 'o' über 'M'  unter dem Datum 1997 ‑ Stahl- 1-Rupie, ?ein Stern unter der '7' von 1997 ‑ bei Stahl 2-Rupie?.

Kremnica (Slowakai): 'MK' im Kreis

Pretoria (Südafrika): 'M' oberhalb mit ovalen Halbkreis umschlungen für 2 Rupie 1998

Moskau (Russland): 'M' oder 'MM'? für 1- und 5-Rupie 2000

 

 

Allgemeines zur Rupiewährung:

 

Seit 3.3.1992 ist der US$ (zuvor: brit. Pfund) Interventionswährung. 1994 wurde die Rupie in Bezug auf die laufenden Posten der Zahlungsbilanz konvertibel. Bis zum März 1995 fiel die Rupie auf 22,36 Rs/DM. Im Januar 1997 wurden die Beschränkungen im Devisenverkehr weiter gelockert. Die Rupie fiel zwar auf unter 36 Rs/US-$ ab, auf Grund des gefallenen Kurses der DM zum US-$ verbesserte sich die Rupie zur DM. Heute liegt der Kurs bei 20 bis 21 Rs/DM.

Der 1974 beantragte Stützungskredit des Internationale Währungsfonds (IWF) konnte weitgehend getilgt werden.

 

Währung: Indische Rupie (iR bzw. IRN, Re., Rs) zu 100 Paise (P.).

Kurs (Stand Ende Dez. 1999): 1 DEM = 21,6680 INR; 100 INR= 4.61665 DM

1 indische Rupie (Rs - nach ISO 4217: INR) = 100 Paise (P); indische Quellen schreiben "Rupee" (Re), Plural: "Rupees" (Rs), und verwenden als Zähleinheiten "Lakh" und "Crore": 1 Crore Rs = 100 Lakh Rs = 10 Mio. Rs.

Banknoten werden z.Z. in Stücklungen zu Rs. 10,20,50, 100 und 500 von der Reservebank von Indien (RBI) herausgegeben. 1-, 2- und 5-Rupie-Scheine werden nicht mehr gedruckt, seit diese Stücklungen als Münzen geprägt wurden. Die kleinen Scheine sind aber noch im Umlauf und gültig.

Als Münzen sind neben den 1, 2 und 5 Rupie-Stücken (Rupee Coins), die Paise-Stücke (small coins) als 10, 20, 25, und 50 Paise im Umlauf.

Laut noch gültigem Gesetzes-Akt von 1934 könnten Banknoten bis zu 10.000 Rupies und Münzen mit dem Nominalwert bis zu 1.000 Rs.  herausgegeben werden. (Auch eine andere Bezeichnung als Rupie wäre möglich).

Rücknahme von verstümmelten Banknoten wird per Gesetz (von 1975 auf Grundlage Kapitel 28 der Reservebank Act 1934) geregelt und wahrscheinlich sehr streng ausgelegt.

 

 

 

Jahr

Metall

Durchmesser

Legierung

Gewicht in Gramm

1862

Silber

30.6 mm

91.6% Silber

11.6

1922

Silber

30.6 mm

91.6% Silber

11.6

1939

Silber

30.6 mm

91.6% Silber

11.6

1940

"Quaternary" (4-er Legierung)

30.6 mm 

50% Silber, 40% Kupfer, 5% Nickel, 5% Zink

11.6

1947

Nickel

30,2

100% Nickel

11,6

1950

Nickel

30,2

100% Nickel

11,6

1962

Nickel

28,0

100% Nickel

10,0

1975

Kupfer-Nickel

28,0

75% Kupfer, 25% Nickel

8,0

1983

Kupfer-Nickel

26,0

75% Kupfer, 25% Nickel

6,0

1992

Stahl (Ferrit-rostfreier Stahl)

25,0

80,5% Eisen, 18% Chrom, 1.5%  u.a. Magnesium, Nickel

4,85

 

So entwickelte sich dir Rupie als Münze vom Original der Arkat-Rupie (1807-11), König William IV (1853& 1 840) und Königin Victoria (1 840) zum heutigen Typ.

 

Gedenk-Münzen von Indien

In den letzten Jahren, ist die Verwendungsfähigkeit der Münzen als Massenwerbemedium wieder erkannt worden. Münzen werden genutzt um Persönlichkeiten der Nation zu ehren, wichtige Jahrestage zu feiern oder um bestimmte politische, wirtschaftliche oder kulturelle Projekte in den Mittelpunkt zu stellen.

Die Ära der Gedenk-Münzen des unabhängigen Indiens begann mit der Ehrung von Pandit Jawaharlal Nehru, der am 27. Mai 1964 starb. Ein Set von zwei Gedenk-Münzen (1 Rupee und 50 Paise) wurden am 14. November im gleichen Jahr herausgegeben. Beide Münzen hatten auf der Vorderseite das Portrait  von Pandit Nehru mit der Legende Jawaharlal Nehru auf englisch. Nach der Ausgabe dieser Münzen gab es ein großen Protest im Parlament. Der Name sollte in Hindi geschrieben werden. So wurde das weitere Prägen der 50 Paise Münze ab der Mitte von 1965 gestoppt und  eine neue Münze mit der Legende in Hindi herausgegeben. Die Rupie-Münze jedoch wurde unverändert gelassen.

 

 

 

Seit der Einführung der dezimalen Währung (1. April1957) war der Regierungsbeschluss zur Prägung von Münzen im Jahre 1969 ein weiterer Meilenstein in der Münzgeschichte Indiens. Es wurde die Prägung von Münzen bis zu 100 Rupies zugelassen.

Bei dieser Gelegenheit wurde mit dem 2. Münz-Set Mahatma Gandhi als Vater der Nation zum 100. Geburtstag geehrt (10 Rupies, 1Rupie, 50 und 20 Paise). Herausgabe am 3. Oktober 1969 (Büros von R.B I. waren am 2.Oktober 1969 geschlossen.)

Fig.5 Mahatma Gandhi Hundertjährig

 

 

Die dritte Gedenk-Serie wurde anlässlich des 25. Jahrestages der F.A.O. (Nahrungsmittel- und Landwirtschaftorganisation der UNO) von den Vereinten Nationen 1970 herausgegeben. Ihm Rahmen eines von der F.A.O. geförderten Programms wurde für die allgemeine Zirkulation 2 Münzen (10 Rupies, 20 Paise) herausgegeben. 1 Jahr später wurden dann noch mal das gleiche Set als Gedenkmünzen für Sammler.  

 

 

 

IR Gedenk Unabh 1972Auch die 4.  Serie zum  25. Jahrestag der Unabhängigkeit (1972) kam als Set von zwei Münze (10 Rupies und 20 Paise am 16. August  1972 als allgemeine Umlaufmünzen heraus.

 

 

 

 

 

Die seit der Unabhängigkeit herausgegebenen Gedenkmünzen waren als allgemeines Umlaufgeld vorgesehen (ausgenommen das F.A.O.-Set von 1971). Aber 1973 wurde jedoch festgelegt, dass nur die Werte 5 Rupies und niedriger als Gedenkmünzen in entsprechender Menge produziert und in den Umlauf gehen. Höhere Werte waren jetzt ausschließlich Sammlern vorbehalten. Die Ausgabe der Gedenk-Münzen ist zu einer Regelmäßigkeit

(komplette Übersicht : siehe Gedenkmünzen Indiens)

 

Weiter: Gedenkmünzen Indiens     Übersicht Münzen Indiens      Home

 

Vortrag und Ausstellung vor der Deutsch-Indischen Gesellschaft e.V. in Berlin April 2000

Dipl.-Informatiker Dieter Baumgarten e-mail    post @ Dieter-Baumgarten.de  Internet www.indiacoins.de


Münzgeschichte Indiens (Kurzfassung)