Vortrag und Ausstellung vor der Deutsch-Indischen
Gesellschaft e.V. in Berlin April 2000
Dipl.-Informatiker Dieter Baumgarten e-mail post @ Dieter-Baumgarten.de Internet www.indiacoins.de
Münzgeschichte Indiens (Kurzfassung)
Unabhängiges Indien seit 1947
Indien gewann seine Unabhängigkeit am 15. August 1947. Während Pakistan eine
neue Serien von Münzen im Jahre 1948 und Noten im Jahre 1949 einführte, brachte
Indien seine eigenen Münzen erst nach Gründung der Republik ab 15. August 1950
heraus. Die englische Kolonial-Währung wurde solange gemäß Vereinbarungen
beibehalten ("eingefroren"). Die britisch-königlichen Münzstätten in
Bombay und Kalkutta wurden übernommen. Zusätzlich wurde die ehemals fürstliche
Münzstätte der letzten Moghul-Herrscher aus Hyderabad übernommen.
Bei der Ausgabe der eigenen Währung blieben grundsätzliche Festlegungen der
Briten bestehen.
Die Reservebank von Indien (RBI) ist der Hauptmanager der Indischen
Währung. Sie koordiniert mit der Regierung die Währungsbezeichnung, den Entwurf
von Banknoten bis hin zu den Sicherheitsmerkmalen.
Die gesamte Organisation der Druckmengen, der Rückführung alter Banknoten
und der Bevorratung unterliegt der Aufsicht der Reservebank.
Die Regierung ist verantwortlich für den Entwurf und die Prägung von
Münzen. Auch die Menge der zu prägenden Münzen wird durch die Regierung bestimmt.
Die Verteilung des Geldes erfolgt wiederum über die RBI. Die Banknoten und
Rupie-Stücke werden über ausgewählte Zweig-Banken
("Währungs-Tresor"(Währungs-Kiste/Truhe engl. currency chest)) und
das restliche Kleingeld über small Depots (kleine Lager) verteilt.
(Zur Zeit gibt es über 4.181 "Währungs-Tresore" und 3.552 Münz-Lager.)

Als allgemeines
Währungssymbol wurde das Emblem der Reservebank von Indien gewählt . Es
war schon Symbol der East India Company und der britischen Krone auf
Goldmünzen, dem Mohur, einer Abbildung von Löwe und Palme (Übernahme von der Flaxman-Medaillie). Der Löwe wurde aber
durch den indischen Tiger ersetzt, welcher charakteristischer für Indien ist.
Alle Bank-Noten vom modernen Indien tragen dieses Embleme.
Als großes Symbol für Münzen und Banknoten wurde
aber die Ashoka-Säule gewählt.
Ashoka (273-232 v.u.Z.), errichtete bis
zu 85.000 Steinstelen mit buddhistischen Gesetzen und Stupas. Auf einer runden
Steinplatte sitzen 4 Löwen. Die Platte
ist verziert mit Stier, Elefant, Löwe, Pferd und dem Speichenrad - "Rad
des Gesetzes" (buddhistisches Rad der Lehre). Das berühmte Löwen-Kapitell , aus poliertem weißem
Sandstein steht bei Sarnath (im heutigen Madhya Pradesh)
Die Ashoka-Säule, bzw. konkret das Löwen-Kapitell ist seit der 1. Ausgabe
von 1947 ständiges Symbol auf der Vorderseite aller Münzen.
Ab den 80-iger Jahren wurde das Bild ergänzt durch dem Spruch in Devanagari
aus dem alten Mundaka Upanischaden "Nur die Wahrheit siegt".
Die "Anna-Serie"
des "Government Of India"

Die Währung mit 1 Rupie zu 16 Anna (192 Pies / 3 Pies = 1 Pice; 4 Pice = 1 Anna) schloss an das herkömmliche Währungssystem der
Briten an. Statt des Kopfes von Georg dem VI kam nun die Ashoka-Säule und die
Umschrift "GOUVERNMENT OF INDIA". Auf der Rückseite wurde der Wert
zweisprachig dargestellt.
Bei den Nickel-Rupiestücken (1/4, 1/2 u. 1 R.) waren 2 Getreidegarben, auf
den viereckigen bzw. gewellten
Anna-Stücken (1/2, 1, u. 2 Anna aus Kupfer-Nickel) Buckelrind und auf
den Bronze-Pice ein Pferd dargestellt.
Neue
Paisa Serie 1957-1964


Die Bestrebungen zur Dezimalisierung der Währung dauerte bereits über ein
Jahrhundert. Im September 1955 wurde beschlossen, dass das Dezimalsystem mit
Wirkung zum 1.April 1957 für das gesamte Land galt.
Die Rupie wurde unterteilt in 100 ' Paisa ' anstelle von 16 Annas, oder 64
Pice. Für die öffentlich Erkennung wurden die neuen dezimalen Paisa-Stücke
"Neue Paisa" (Naya Paisa) benannt. Es gab nun 1 Paisa aus Bronze, 2-,
5-, 10-, 25- und 50-Paise-Stücke aus Kupfer-Nickel.
Die Formen waren zur besseren Erkennung unterschiedlich gestaltet. Die 2
und 10 Paise mit welligem Rand. Die 5 Paise und später auch die 1 Paisa waren
viereckig. Später eingeführte Münzen wie die 3 und 20 Paise-Stücke hatten eine
sechseckige Form.
Paisa-Serien ab 1964 -
Beginn der Aluminiumzeit


Ab 1. Juni 1964 fiel die Bezeichnung "Neue" (Naya) weg. In der
Bezeichnung wurde dafür der Wert in Worten eingesetzt. Vielfach wurde mit dem
Einsatz anderer Metalle experimentiert. Die 1 Paisa-Bronze-Stücke wurden
bereits seit 1962 teilweise durch Nickel-Messing-Legierungen ersetzt. Auch
wurden zwischen 1968 und 1971 die 10 Paise und neue 20 Paise als
Alu-Nickel-Bronze-Legierung geprägt.
Mit dem Steigen der Preise in den sechziger Jahre wurde immer mehr
billigeres Aluminium eingesetzt (eingeleitet 1964 durch die Prägung einer
neuen, 6-eckigen 3 Paisa-Münze aus Alu). Die 20 Paise aus Alu gewann kaum an
Popularität.
1964 wurde die erste Gedenkmünz-Serie zum Tode Nehru herausgegeben, zum
Beginn noch als Umlaufmünzen vorgesehen. Den 2. Satz gab es 1969 zum 100.
Geburtstag Mahatma Gandhi jetzt schon mit höheren Werten (10 Rupies), danach kam fast jedes Jahr ein oder mehrere
Gedenkmünz-Sätze im Rahmen des FAO-Münz-Planes oder zu großen Ereignissen oder
Politikern hinzu.
Die feste Parität gegenüber dem britischen Pfund Sterling wurde 1975
aufgegeben. Die inflationäre Entwicklung der Rupie verschärfte sich in den
nächsten Jahren.. Über einen längeren Zeitabschnitt führten
Kosten-Nutzenüberlegungen zur allmählichen Einstellung von 1-, 2- und
3-Paisa-Münzen Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre. Die indische Rupie verlor gegenüber der DM in der zweiten Hälfte
der 80er Jahre die Hälfte ihres Wertes (von 4,56 Rs/DM im Jahre 1985/86 auf
9,09 Rs/DM 1989/90). Die 5 Paise wurden nun auch eingestellt..
Erste Münzen von ausländischen
Münzstätten
In der Zeit von 1981- 86,
besonders 1985-86, musste auf Grund
falscher Planung der Nachfrage von Münzen und niedriger Produktivität der
indischen Münzstätten bei ausländischen Münzen Geldprägungen in Auftrag gegeben
werden. Eine Zeit lang war man der Meinung, dass die Kapazität der 3
existierenden Münzstätten ( Mumbai, Kalkutta und Hyderabad) zur Deckung des
Bedarfes ausreicht. Zur Materialabsicherung wurden erhebliche Mengen
Münzrohlinge für Rupie, 50 und 25 Paise über Hyndai Corporation aus Seoul
importiert (Südkorea). Diese wurden auf alle 3 Münzen aufgeteilt. In Hyderabad
wurden die ersten Rupien mit diesem Material 1984 geprägt, weitere 1985 und
1986. Diese Münzen scheinen einen scharfen aufrechten Rand zu haben, während
aus indischen Material geprägte Münzen abgerundete Ränder haben. Die Einfuhr
von Münzrohlingen reichte aber zur Bedarfsabdeckung der Rupien und 50 Paise nicht aus. Auf Grund dieser Notlage mussten
indische Münzen bei fremdländischen Münzstätten in Auftrag gegeben werden.
Anlagen zur Erstellung des typischen Sicherheitsrandes bei Rupien wurden nur an den britischen
Münzen gefunden und daher gingen Aufträge an 2 britische Münzen zur Prägung der
Rupie-Münzen. Ebenso gingen Aufträge für 50 Paise an Seoul (Südkorea) und 25
Paise an Ottawa (Kanada). Alle diese Prägungen sind datiert mit "1985". Alle diese für die
allgemeine Zirkulation bestimmten Münzen waren aus Kupfer Nickel. Aber auch in
den weiteren Jahren wurden immer wieder im Ausland geprägt oder Münzrohlinge
importiert.
Übergang von Nickel auf Stahl
Die eingesetzten
Münzmaterialen brachten immer wieder Probleme. Die Münzen nutzten sich schnell
ab. Skrupellose Händler horteten und schmelzen teilweise Münzen um hochwertige
Metalle zu extrahieren. Der Wert des Münzmaterials (Nickel, Kupfer, Aluminium)
überschritt bald den Nominalwert, insbesondere der 25 und 50 Paise-Münzen. Also
entschied man sich für eine kostengünstigere rostfreie Stahllegierung (als
Gegenstück für die Kupfer-Nickel-Legierung).
Obwohl die
Produktionskosten erheblich höher als bei Aluminium-Münzen liegen, wird die
Stahlprägung favorisiert, da gerade Stahl in genügenden Mengen aus dem eigenen
Land kommen kann und langfristig gesehen daher günstiger kommt.
Ab 1988 ist zwar eine
neue Münzstätte in Noida (Nähe New Delhi) in Betrieb gegangen, aber der Bedarf
an Münzen konnte nicht gedeckt werden. Viele Maschinen in den Münzprägestätten
waren überholungsbedürftig bzw. unmodern. Die Qualität der Münzen war seit den
60er Jahren mit Beginn der Aluzeit schon recht miserabel. Viele Abweichungen
zwischen den Prägungen lassen nicht nur Münzsammler verzweifeln. Mit großen
Anstrengungen versucht man die 4 Münzstätten zu modernisieren. Die Münzstätte
Noida war speziell für die Prägung von Stahlmünzen eingerichtet. Ab April 1988
wurden hier 10, 25 und 50 Paise geprägt. Zuerst mit importierten Münzrohlingen
(z.B. unter Beteiligung von Firmen wie Krupp VDM Deutschland), später von
landeseigenen Quellen.
Noida ist auch gleichzeitig die führende
Münzstätte für die generelle Produktion von Stahlmünzen - vom Know-how bis hin
zur Herstellung der Münzstempel.
Da aber zur Umstellung
noch einige Zeit benötigt wurde, gab man zusätzliche Aufträge an die
"Königliche Kanadische Münze" in Ottawa zur Produktion von 10, 25 und
50 Stahl-Paise. Diese Münzen sind mit 1988 und haben als Münzzeichen ein
"C" unter dem Datum.








Die neuen Stahlmünzen ab
1988
10 Paise Löwen-Kapitel,
"Bharat"' & "INDIA" auf der Vorderseite
25 Paise ein indisches
ein gehörntes Rhinozeros
50 Paise Karte von Indien, mit dem Parlamenthaus
1 Rupie (ab 1992 aus
Stahl)
2 Rupies (ab 1997 aus
Stahl)
5 Rupies (noch aus Kupfer-Nickel)
Die Stahlzeit hat sich aber
noch nicht komplett durchgesetzt. Bis 1990 werden parallel zu den Stahlmünzen
25 und 50 Paise aus Kupfer-Nickel für den Umlauf geprägt. 10 Paise aus
Aluminium sogar noch bis 1993 aufgelegt und die fast wertlosen 5-Paise-Stücke
aus Alu wurden sogar noch 1994 geprägt. Mehrere Jahre zirkulierten offiziell
damit die gleichen Münzen mit unterschiedliche Formen und Materialien
nebeneinander.
Durch die Abwertung der
indischen Rupie im Juni 1991 und die konsequente Preiserhöhung von Kupfer und
Nickel war man gezwungen zu mindestens die Produktion der Rupie aus
Kupfer-Nickel endgültig eingestellt. Ab 1992 gab es nur noch Stahl-Rupien
(zuerst mit Riffelrand, ab 1996 mit glattem Rand). Die neue Rupie-Münze aus
rostfreien Stahls setzte sich aus Eisens (82%) und Chrom (18%) zusammen,
Durchmesser 25mm eingeführt und das
Gewicht verringerte sich weiter bis auf 4,85 Gramm.
Auch 1996-98 war die Nachfrage nach Münzen wieder
höher als die Produktion, so dass bereits zum dritten Mal ein
Münzprägungsauftrag in das Ausland gegeben wurde. Diesmal nach Mexiko, 1.000
Millionen 1-Rupie-Stahlstücke, 1997 geprägt und Januar 1998 ausgeliefert. Auf
Grund der steigenden Rohstoffpreise wurde auch ein ähnlicher Auftrag für die
2-Rupie-Stücke an Mexiko gegeben. Auch diese Stücke waren aus Stahl und datiert
1997, Auslieferung an Indien im März 1998. Von der Form und Aussehen waren sie
identisch mit den ebenfalls noch zirkulierenden 2-Rupie-Stücke (Nationale
Integration) aus Kupfer-Nickel. 1 Rupie-Stücke wurden auch in Kremnica (Slowakei
- älteste Münze in Mitteleuropa) 1997 und 1998 geprägt. Aufträge für
2-Rupie-Münzen gingen nach Soul (Südkorea 1997-1998) und Pretoria (Südafrika
1998). In Südafrika wurden z.B. 1998 150 Million 2-Rupie-Münzen produziert, die
gleiche Anzahl wollte man auch für 1999 erreichen.
Als letzte Münzen sollen 1 und 5 Rupie-Stücke in
Moskau geprägt worden sein, datiert auf Jahr 2000 und wahrscheinlich mit
Münzzeichen " M " oder " MM".
Alle im Ausland geprägte Münzen für Indien haben
eindeutige mit der RBI abgestimmte Münzzeichen. Die Münzzeichen befinden sich
immer unter dem Datum. Trotzdem gibt es in der Fachpresse unterschiedliche
Aussagen zu Prägeorten und Zeichen der letzten 4 Jahre. Mexico-City hat ein
kleines " O " über einem großen " M " welches wahrscheinlich
auch für die normalen Umlaufmünzen genutzt wird. Kremnica hat ein eingekreistes " MK ", welches auch für
die slowakischen Prägungen benutzt wird.
Die 2 Rupie süd-koreanischen Prägungen von 1997
und 1998 haben einen kleinen fünf-zackigen Stern unterhalb des letzten Zahl des
Datums, ähnlich dem Stern von der Ausgabe der 50 Paise Münzen von 1985 (Stern
unter 1 von 1985) bei der man annahm, dass sie in Seoul (Südkorea) geprägt
wurde. Einige Fachleute haben diese Prägungen auch Mexico zugeordnet - was ich aber
bezweifel.
Es ist aber auch zweifelhaft ob es in Soul eine
große Münze gibt. Die Hauptmünze (Druck- und Prägekomplex) befindet sich in
Kyongsan (Südkorea).
Die südafrikanische Münze in Pretoria prägte die 2
Rupees 1998 mit einem " M " im ovalen Halbkreis umschlungen. Dieses
Münzzeichen basiert auf dem modernen Firmenzeichen dieser Münze. Dieses
Münzzeichen wird aber auf keinen anderen süd-afrikanischen Münzen verwendet.
Münzmarken
Bombay/Mumbai : Punkt
oder Karo unterm Datum
Für Proof-Prägungen (ausschließlich an Bombay-Münze) wurden bis 1964 das
reguläre Karo als Münzzeichen benutzt.
Ab 1969 wurde das "B" für Proof-Prägungen genutzt.
Kalkutta: kein Münzzeichen
Hyderabad:
Neue Paise Serie:
1957‑1960: Vertikal gespaltetes Karo
1961 ‑1962: Punkt im Karo
1963 Stern (5-strahlig)
Paise Serie (1964‑1978)
Stern (5-strahlig) mit folgenden Ausnahmen:
1 Paisa: 1965‑1968
; 3 Paise: 1966 and 10 Paise 1965/66 mit Punkt im Karo
Bei den 10 Paise-Münzen
von 1965 wurden "Stern" und "Punkt im Karo" gleichzeitig benutzt.
Später wurde der Stern als Münzzeichen alleine benutzt.
Noida:
Stahl-Münzen 10P, 25P & 50P 1988‑1990: ein mikroskopisch kleiner
Punkt unter dem Datum , ab 1990 länglicher runder Punkt
Rupee ‑ langer runder Punkt ab 1988
Ausländische Prägungen:
Birmingham (England):
'H' unter der '5' vom Datum 1985 (Rupie) ('H' = Heaton von Fa. Ralph Heaton
& Sons, U.K.) Wird auch für englische
Medaillen-Prägungen verwendet.
London (England): ein Punkt unter der '1' vom Datum 1985 (Royal Mint London) ‑
Rupie
Seoul (Südkorea): Ein Stern unter der '1' vom Datum 1985 ( 50 Paise) (Hyndai Corporation Seoul‑South Korea)
bzw. bei 2-Rupie 1997/98.
Ottawa (Kanada): ein 'C'
unter dem Datum 25 Paise, 1985 und Stahlmünzen: 10 P., 25 P. and 50 P. von
1988. (Royal Canadian
Mint, Ottawa Canada)
Mexico-City (Mexico): kleines 'o' über 'M'
unter dem Datum 1997 ‑ Stahl- 1-Rupie, ?ein Stern unter der '7'
von 1997 ‑ bei Stahl 2-Rupie?.
Kremnica (Slowakai): 'MK' im Kreis
Pretoria (Südafrika): 'M' oberhalb mit ovalen Halbkreis umschlungen für 2
Rupie 1998
Moskau (Russland): 'M' oder 'MM'? für 1- und 5-Rupie 2000
Allgemeines zur Rupiewährung:
Seit 3.3.1992 ist der US$ (zuvor: brit. Pfund) Interventionswährung. 1994
wurde die Rupie in Bezug auf die laufenden Posten der Zahlungsbilanz
konvertibel. Bis zum März 1995 fiel die Rupie auf 22,36 Rs/DM. Im Januar 1997
wurden die Beschränkungen im Devisenverkehr weiter gelockert. Die Rupie fiel
zwar auf unter 36 Rs/US-$ ab, auf Grund des gefallenen Kurses der DM zum US-$
verbesserte sich die Rupie zur DM. Heute liegt der Kurs bei 20 bis 21 Rs/DM.
Der 1974 beantragte Stützungskredit des Internationale Währungsfonds (IWF)
konnte weitgehend getilgt werden.
Währung: Indische Rupie (iR bzw. IRN, Re., Rs) zu 100 Paise (P.).
Kurs (Stand Ende Dez. 1999): 1 DEM = 21,6680 INR; 100 INR= 4.61665 DM
1 indische Rupie (Rs - nach ISO 4217: INR) = 100 Paise (P); indische
Quellen schreiben "Rupee" (Re), Plural: "Rupees" (Rs), und
verwenden als Zähleinheiten "Lakh" und "Crore": 1 Crore Rs
= 100 Lakh Rs = 10 Mio. Rs.
Banknoten werden z.Z. in Stücklungen zu Rs. 10,20,50, 100 und 500 von der
Reservebank von Indien (RBI) herausgegeben. 1-, 2- und 5-Rupie-Scheine werden
nicht mehr gedruckt, seit diese Stücklungen als Münzen geprägt wurden. Die
kleinen Scheine sind aber noch im Umlauf und gültig.
Als Münzen sind neben den 1, 2 und 5 Rupie-Stücken (Rupee Coins), die
Paise-Stücke (small coins) als 10, 20, 25, und 50 Paise im Umlauf.
Laut noch gültigem Gesetzes-Akt von 1934 könnten Banknoten bis zu 10.000
Rupies und Münzen mit dem Nominalwert bis zu 1.000 Rs. herausgegeben werden. (Auch eine andere
Bezeichnung als Rupie wäre möglich).
Rücknahme von verstümmelten Banknoten wird per Gesetz (von 1975 auf
Grundlage Kapitel 28 der Reservebank Act 1934) geregelt und wahrscheinlich sehr
streng ausgelegt.
|
Jahr |
Metall |
Durchmesser |
Legierung |
Gewicht in Gramm |
|
1862 |
Silber |
30.6 mm |
91.6% Silber |
11.6 |
|
1922 |
Silber |
30.6 mm |
91.6% Silber |
11.6 |
|
1939 |
Silber |
30.6 mm |
91.6% Silber |
11.6 |
|
1940 |
"Quaternary" (4-er Legierung) |
30.6 mm |
50% Silber, 40% Kupfer, 5% Nickel, 5% Zink |
11.6 |
|
|
|
|
|
|
|
1947 |
Nickel |
30,2 |
100% Nickel |
11,6 |
|
1950 |
Nickel |
30,2 |
100% Nickel |
11,6 |
|
1962 |
Nickel |
28,0 |
100% Nickel |
10,0 |
|
1975 |
Kupfer-Nickel |
28,0 |
75% Kupfer, 25% Nickel |
8,0 |
|
1983 |
Kupfer-Nickel |
26,0 |
75% Kupfer, 25% Nickel |
6,0 |
|
1992 |
Stahl (Ferrit-rostfreier
Stahl) |
25,0 |
80,5% Eisen, 18% Chrom, 1.5%
u.a. Magnesium, Nickel |
4,85 |
So entwickelte sich dir Rupie als Münze vom Original der Arkat-Rupie
(1807-11), König William IV (1853& 1 840) und Königin Victoria (1 840) zum
heutigen Typ.
Gedenk-Münzen von Indien
In den letzten Jahren,
ist die Verwendungsfähigkeit der Münzen als Massenwerbemedium wieder erkannt
worden. Münzen werden genutzt um Persönlichkeiten der Nation zu ehren, wichtige
Jahrestage zu feiern oder um bestimmte politische, wirtschaftliche oder
kulturelle Projekte in den Mittelpunkt zu stellen.
Die Ära der Gedenk-Münzen des unabhängigen Indiens begann mit der Ehrung
von Pandit Jawaharlal Nehru, der am 27. Mai 1964 starb. Ein Set von zwei
Gedenk-Münzen (1 Rupee und 50 Paise) wurden am 14. November im gleichen Jahr
herausgegeben. Beide Münzen hatten auf der Vorderseite das Portrait von Pandit Nehru mit der Legende Jawaharlal
Nehru auf englisch. Nach der Ausgabe dieser Münzen gab es ein großen Protest im
Parlament. Der Name sollte in Hindi geschrieben werden. So wurde das weitere
Prägen der 50 Paise Münze ab der Mitte von 1965 gestoppt und eine neue Münze mit der Legende in Hindi
herausgegeben. Die Rupie-Münze jedoch wurde unverändert gelassen.
Seit der Einführung der dezimalen Währung (1. April1957) war der Regierungsbeschluss
zur Prägung von Münzen im Jahre 1969 ein weiterer Meilenstein in der
Münzgeschichte Indiens. Es wurde die Prägung von Münzen bis zu 100 Rupies
zugelassen.
Bei dieser Gelegenheit
wurde mit dem 2. Münz-Set Mahatma Gandhi als Vater der Nation zum 100.
Geburtstag geehrt (10 Rupies, 1Rupie, 50 und 20 Paise). Herausgabe am 3.
Oktober 1969 (Büros von R.B I. waren am 2.Oktober 1969 geschlossen.)
Fig.5 Mahatma Gandhi
Hundertjährig
Die dritte Gedenk-Serie wurde anlässlich des 25. Jahrestages der F.A.O.
(Nahrungsmittel- und Landwirtschaftorganisation der UNO) von den Vereinten
Nationen 1970 herausgegeben. Ihm Rahmen eines von der F.A.O. geförderten
Programms wurde für die allgemeine Zirkulation 2 Münzen (10 Rupies, 20 Paise)
herausgegeben. 1 Jahr später wurden dann noch mal das gleiche Set als
Gedenkmünzen für Sammler.
Auch die 4.
Serie zum 25. Jahrestag der
Unabhängigkeit (1972) kam als Set von zwei Münze (10 Rupies und 20 Paise am 16.
August 1972 als allgemeine Umlaufmünzen
heraus.
Die seit der
Unabhängigkeit herausgegebenen Gedenkmünzen waren als allgemeines Umlaufgeld
vorgesehen (ausgenommen das F.A.O.-Set von 1971). Aber 1973 wurde jedoch
festgelegt, dass nur die Werte 5 Rupies und niedriger als Gedenkmünzen in
entsprechender Menge produziert und in den Umlauf gehen. Höhere Werte waren
jetzt ausschließlich Sammlern vorbehalten. Die Ausgabe der Gedenk-Münzen ist zu
einer Regelmäßigkeit
(komplette Übersicht :
siehe Gedenkmünzen Indiens)
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Vortrag und Ausstellung vor der Deutsch-Indischen
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Münzgeschichte Indiens (Kurzfassung)