Vortrag und Ausstellung vor der Deutsch-Indischen Gesellschaft e.V. in Berlin April 2000

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Münzgeschichte Indiens (Kurzfassung)

 

 

Islamischer Einfluss

Bereits knapp Hundert Jahre nach dem Tode de Propheten Mohammed kam es zu Angriffen von Arabern in Richtung Indien, z.B. Region Sind und sogar Gujarat. Die Religion des Islams sollte mit dem Schwert verbreitet werden. Diese ersten Überfälle waren aber mehr Raubzüge als Eroberung. Diese fing erst 1192 bis 1206 an, nachdem der Punjab, Ajmer, Varanasi, Delhi und schließlich das gesamte Ganges-Becken unter moslemische Herrschaft gebracht wurde. Zwar war der Machtwechsel unter den Herrschern sehr oft, aber der Einfluss auf Nordindien blieb. Die Moslems grenzten sich vom einheimischen Religionen ab. Aber sie schafften es nicht den Hinduismus zu verdrängen. Da sie alleine das Land nicht regieren konnten, wurden Kompromisse eingegangen und Hindus auch an der Macht beteiligt. Es kam sogar zur Entwicklung einer Mischsprache  aus persischen Vokabular und hinduistischer Grammatik - dem Urdu. Erste Prägungen des Sultanats von Delhi (1192-1556) hatten noch Reiter-Stier-Motive, dann aber ausschließlich Silber- und Kupfermünzen mit arabischen Schriften in persisch-islamischen Stil.

Zum Ende wurde der Silber-Tanka durch die Silber-Rupie ersetzt ( 1539-1545 unter Shir Sha) und war bis 1862 Standard-Rupie Silber 970/1000 bei 11,534 g Rauhgewicht (Seit ca. 1750 englische Rupie-Typen (bengalische Sicca-Rupie, Bombay mit Sirat-Rupie, Madras mit Arcot-Rupie) seit1862 Regierungsrupie 10,692 g Silber bei 11,664 g Raugewicht. 917/1000).

 

Moguln-Reich

 

Es gab zur Zeit des moslemischen Moguln-Reiches viele Herrscher und großen Einfluss auf Architektur, Kunst und Literatur. Aber nur wenige Herrscher kann man als bedeutend einstufen: Babur (1527-1530), Nachfahre von Timur und Djingis Khan mit ersten großen Schlag gegen das Sultanat von Delhi,  Humayuan (1530-1556) der für 15 Jahre seinen Thron verlor, Akbar (1556-1605) bereits mit 14 Jahren Herrscher, bekam das Reich endgültig unter Kontrolle.  Unter Akbar waren in Fragen der Angleichung und Entwicklung von Wissenschaft, Kultur, Religion und Integrierung der Hindus in die Regierungsgewalt große Fortschritte zu verzeichnen. Die unter islamischer Herrschaft des Sultanates von Delhi eingeführte Standard-Rupie wurde unter Akbar weiter verbreitet, teilweise auch rechteckig mit Wunsch u. Segensformeln. (Als Stücklungen gab es 1/20,1/16,1/8,1/4,1/2 Rupie-Stücke.)

Unter Akbar wurde auch der Goldmohur (1562) eingeführt.

( bis 1857 11g (170 grains), Feingehalt 980/1000 mit indischen Ornamenten verziert, später Verse in persisch und Monatsnamen als Sternbildzeichen. In Assam war der Mohur bis Mitt 19.Jhd. rechteckig. Teilstücke bis 1/32 Mohur.

1835 Vereinheitlichung des Münzfußes durch Britten. Seit 1870 mit Wertangaben, Feingewicht 10,692 g bei 11,664 g Rauhgewicht. 1957 Ende des Mohur mit Einführung des Dezimalsystems)

Sein Sohn Jehangir (1605-1627),  führte das Reich im allgemeinen Sinne Akbars weiter. Der Nachfolger Sha Jahan  (1627-1658),  ließ erst mal alle männlichen Verwandten in Seitenlinien seiner Familie hinrichten. 1639 gestattete er den Engländern eine Handelsniederlassung in Madras. Er widmete sich vorrangig der Baukunst. Bekannt z.B. das Taj Mahal in Agra. Sein Sohn Aurangzeb (1658-1707) ließ viele hinduistische Tempel abreißen und an ihren Stellen Moscheen errichtet. Diese harte Gangart und auch hohe Steuern ließen den Unmut der Inder weiter wachsen. In zahlreichen Gebieten brachen Aufstände aus. Nach dem Tod Aurangzeb 1707 zerfiel das Moguln-Reich. Unter Aurangzeb (1658-1707) wurden aber endlich Zeitangaben gemacht (Regierungsjahre).

Auch Superlative wurden geschaffen. Jahangir (1605-1627) hatte Goldmünzen von 1,2 Kg (100 Tolas) bis zu 400 Tolas (4 Gold Ashrafis) 4.6 Kg, Gigantisch ist eine Münze (1000 Mohur) mit 12 Kg und 20 cm Durchmesser (nur 2 Exemplare existieren).

Lange Zeit galt das 200 Mohur-Stück unter Jahan  (1627-1658) noch als größte Münze (13,5 cm; 2,2 Kg.).

 

Südinden

Ein anderes Extrem breitete sich in Südindien aus - der Fanam als kleinste Münze der Welt nur wenige Millimeter groß (ursprünglich 4-5 mm mit Rauhgewicht von ca. 0,33 Gramm). . Die ersten wurden bereits 850 n- Chr. herausgegeben. Die Bezeichnung Fanam kommt eigentlich vom süd-indischen (Tamil) Panam , allgemein "Geld", dieses Wort wurde arabisiert und von den Engländern übernommen. Diese Kleinmünzen Südindiens wurden in der Form als Gold (Fanam / ab 1660 auch Silberfanam), Silber (Chuckram) und Kupfer (Käsch) - Münzen herausgegeben.

 

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